• Yvonne Thoonsen

Lasertherapie


Lasertherapie ist eine noch verhältnismäßig junge Therapieform. Erst 1960 wurde ein erster funktionierender Laser entwickelt. Heute findet man Laser nicht nur in der Medizin zur Lasertherapie oder Chirurgie. In vielen Lebensbereichen sind sie nicht mehr wegzudenken: Scannerkassen in den Supermärkten, Drucker oder Kopierer, Laser in der Vermessung usw.

Laser ist Energie – genauer gesagt ist es gebündeltes Licht mit besonderen Qualitäten. Ein Laserstrahl hat eine einzige Wellenlänge, streut kaum und hat eine sehr hohe Energiedichte. Er kann also viel Energie auf einen Punkt bringen. Die Anwendung der Laserstrahlen regt im Körper bestimmte Stoffwechselvorgänge an, die aus ADP (Adenosindiphosphat) ATP (Adenosintriphosphat) aufbauen. ATP ist im Organismus der wichtigste Energielieferant, der für sehr viele Stoffwechselprozesse gebraucht wird – wie Benzin für unsere Autos. Weiterhin wirken Laserstrahlen schmerzstillend, indem sie das Ruhemembranpotenzial von Schmerz weiterleitenden Nervenzellen normalisieren. Auch haben sie die Fähigkeit, Blutzirkulation und Zellteilung im Körper anzuregen.

In der Medizin werden Laser nach ihrer Ausgangsleistung eingeteilt in Soft-, Mid- und Powerlaser. Für die Chirurgie werden Powerlaser mit Wellenlängen bis zu 10.600 nm (Kohlendioxid-Laser) und Leistungen bis zu 100 W eingesetzt als „Lichtskalpelle“, die ein exaktes Schneiden ermöglichen. Für die Lasertherapie werden Soft- und Midilaser mit Wellenlängen von 630-904 nm und Leistungen von 0,5 mW bis 999 mW eingesetzt. Die Behandlung selbst ist völlig schmerzlos und führt nur zu einer geringen Erwärmung des Gewebes.


Die Lasertherapie hat sich bewährt bei folgenden Einsatzgebieten:

Schmerzlinderung bei akuten und chronischen Schmerzzuständen bei oder nach Prellungen, Zerrungen oder Nervenwurzelreizungen Wundheilung nach Verletzungen, Operationen Behandlung von Nervenverletzungen und degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie z.B. Arthrosen Muskel-, Sehnen-, oder Bändererkrankungen Hauterkrankungen mit Geschwüren chronischen Ohren- oder Mundschleimhautentzündungen

Doch gibt es auch Bereiche, in denen die Lasertherapie nicht eingesetzt werden darf, weil sie die bestehenden Probleme auch verschlimmern kann:

Bestrahlung von Augen, Schilddrüse und weiteren Hormondrüsen Behandlung wachsender Knochen beim jungen Tier Bestrahlungen im Kopfbereich bei Neigung zu Epilepsieerhöhte Lichtempfindlichkeit, Hautschäden durch UV-Licht oder Bestrahlung (Sonnenbrand)Krebserkrankungen

Sehr genau abgewogen werden muss der Einsatz von Lasertherapie bei:

trächtigen Tieren großflächigen Unterhautentzündungen großflächigen Blutergüsse

Wie jede Therapieform hat die Lasertherapie ihre Einsatzgebiete und ihre Grenzen. Für die Augen beziehungsweise für die Netzhaut kann das stark gebündelte Laserlicht extrem gefährlich sein. Deshalb sollte eine Lasertherapie nur nach eingehender Untersuchung und Diagnosestellung durch den Tierarzt erfolgen.

Beitrag geschrieben von Frau Dr. Heidi Kübler

© 2019 Tierarztpraxis Yvonne Thoonsen