• Yvonne Thoonsen

Ohrräude bei Frettchen


Kopulierende Ohrräudemilben

Wo und wovon leben Orhrräudemilben?


Ohrräudeninfektionen bei Frettchen kommen sehr häufig vor. Statistisch gesehen, sollen Sie bei jungen Tieren häufiger vorkommen als bei alten Tieren. Unsere Praxis zeigt allerdings ein relativ gleiches Aufkommen unabhängig vom Alter.

Ohrmilben besiedeln bevorzugt die Haut des äußeren Gehörgangs und der inneren Ohrmuschel. Der 3-wöchige Lebenszyklus der Milben findet dabei komplett auf dem Wirtstier statt. Die Nahrung dieser Milben besteht aus Lymphe und anderen Gewebesäften an die sie durch Durchstechen der obersten Hautschicht gelangen.


Wie erkenne ich, dass mein Frettchen Ohrräudemilben hat?


Man sollte meinen, dass Frettchen mir Ohrmilbenbefall von unerträglichem Juckreiz durch sich im Ohr bewegende Milben schier wahnsinnig würden. Das ist auch manchmal so aber in den meisten Fällen, fällt dem Besitzer kein verstärkter Juckreiz auf, so dass er die Gefahr oft nicht früh genug wahrnimmt. Die Haut wird durch die Stiche und den Speichel der Milben stark gereizt. Bakterielle Infektionen sind häufig die Folge, was nicht nur zu einer eitrigen Entzündung des äußeren Gehörganges führt, sondern auch eine Mittelohr- bzw. sogar Innenohrentzündung verursachen kann. Diese können bleibende Schäden wie z. B. eine Schädigung des Gleichgewichtsorgans, mit verbundener Kopfschiefhaltung und Kreislaufen zur Folge haben.


Typisch für die Ohrräude ist das braun-schwarze, "kaffeesatzartige" Ohrsekret, welches zum Teil bereits bei der regelmäßigen Ohrreinigung durch den Besitzer auffallen sollte. Sind Sie sich nicht sicher, ob ein Befall vorliegt, sollten Sie in jedem Fall einen Tierarzt zur Kontrolle konsultieren. Wer ein bisschen Erfahrung mit Frettchen hat, wird zum einen die nötige Ausrüstung und auch die nötige Erfahrung im Umgang mit Frettchen besitzen. Üblicherweise ist dann die Kontrolle auch am wachen Tier jederzeit möglich. Alternativ bzw. ergänzend zur otoskopischen Untersuchung ist bei ausreichendem Befall auch meist die mikroskopische Untersuchung des Ohrsekrets diagnostisch zielführend.


braun-schwarzes, bröckeliges oder "kaffeesatzartiges" Ohrsekret bei Ohrmilbenbefall

Wie sehen Ohrräudemilben aus?


Die kleinen, weißen Parasiten sind mittels Otoskop mit 2-3 facher Vergrößerung meist bereits gut sichtbar. Die Milben versuchen vor dem Licht des Otoskops davon zu krabbeln, wodurch sie als sich bewegende weiße Punkte auf dem dunklen Sekret gut sichtbar sind.



Wie sind Ohrräudemilben zu therapieren?


Zu Beginn der Therapie müssen die Ohren vorsichtig gründlich gereinigt werden um das vorhandene Sekret und möglichst viele Ohrräudemilben manuell zu entfernen. Als nächstes sollte dafür gesorgt werden, dass verbliebene Ohrmilben bzw. deren "Brut" nicht zu einer weiter persistierenden Infektion führen. Es gibt hier Spot on Präparate gezielt gegen Ohrräudemilben bei Frettchen, die nach 14-21 Tagen wiederholt, zum Erfolg führen sollten. Es kann jedoch immer sein, dass auch auf diese Weise nicht alle Ohrräudemilben abgetötet werden. Es gibt Untersuchungen die nahelegen, dass die lokale Therapie mit einem für Katzen zugelassenen Präparat (2-3 x im Abstand von 1-2 Wochen) wirkungsvoller sein soll. Grundsätzlich müssen alle Frettchen eines Haushaltes behandelt werden um eine Reinfektion durch direkten Tierkontakt zu vermeiden. Es wird sogar empfohlen evtl. im Haushalt mit lebende Katzen und Hunde ebenfalls zu behandeln, da diese sich untereinander anstecken können.


Wie haltbar ist die Therapie der Ohrräudemilbe?


Ohrräudemilben sind sehr häufig und sind auch bei Tieren mit scheinbar keinen Kontakten zu anderen Artgenossen oder anderen Haustieren zu finden. Sie scheinen ubiquitär zu sein. Eine einmalige, erfolgreiche Behandlung ist daher keine Garantie dafür, dass das Problem dauerhaft beseitigt ist. Reinfektionen können jederzeit wieder auftreten, so dass den Ohren des Frettchens lebenslang besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist.


37 Ansichten

© 2019 Tierarztpraxis Yvonne Thoonsen